So eine Internetseite zu pflegen ist eine Sache, die andere ist, Daten einzugeben und sie im Vorfeld erst mal auszusuchen, schließlich will man sich mit schlechten Bildern oder allzu viel Mülltexten nicht die Blöße geben. Und was die Krux ist, jetzt hat man den Bereich Presse fertig, dann merkt man, das man chronologisch die Daten falsch herum eingegeben hat. Also erst die alten Pressemeldungen, dann die Neuen. Shit happen, heißt es immer so schön, aber was soll´s, die Presseartikel sind eingeklopft, so langsam wächst die Seite.
10.07.2009 Zweimal Ich und etwas Wichtiges
Zweimal Ich und etwas Wichtiges
„Mein zweites Ich“ ist der Titel der neuen Foto- Ausstellung, die am Donnerstagabend im Gewölbekeller des Archäologischen Museums eröffnet wurde. Thomas Hälker und Daniel Schreiber haben gemeinsam mit Jugendlichen aus dem Jugendzentrum Bad Königshofen ein interessantes Konzept umgesetzt, eine ansprechende Ausstellung zusammengestellt und damit ihre Talente in den Bereichen Fotografie und Design unter Beweis gestellt.
Bei der Eröffnung freute sich Bürgermeister Thomas Helbling über die unerwartet große Resonanz. „Einfach cool“, fand Klaus Schemmerling, Leiter der vhs Rhön-Grabfeld und Münnerstadt, die Ausstellung, die er auch nach Mellrichstadt holen wird. Man könne sich das, was hier in der Jugendarbeit geleistet werde, zum Vorbild nehmen, so Schemmerling. Interessant fand er auch, dass an diesem Abend ganz andere Leute im Museum anzutreffen waren als sonst bei Vernissagen.
Sonderpädagogin Renate Knaut, die im Rahmen des Integrationsprojektes im JuZ tätig ist, erinnerte an ein vorangegangenes Fotoprojekt. Dabei hatte man entdeckt, dass die Fotografie etwas ist, womit man die Jugendlichen begeistern kann. Durch das neue Projekt, das nicht das letzte sein soll, wurde die interessante Arbeit vor und hinter der Kamera fortgesetzt.
Thomas Hälker berichtete von den sieben Fototerminen mit den 13 teilnehmenden Jugendlichen. Er schoss zunächst Portraitfotos, die die Person so zeigen, wie er sie als Fotograf wahrnahm. Anschließend durften die Jugendlichen sich selbst fotografieren und ein Bild auswählen, auf dem sie mehr von ihrer Persönlichkeit verraten und sich so zeigen, wie sie sich selbst sehen. Zwischen den beiden ausgestellten schwarz-weißen Portraits befindet sich jeweils ein Bild von einem Gegenstand, der dem Abgebildeten viel bedeutet und auch einiges über ihn verrät. Die anfängliche Befürchtung, jeder würde sein Handy präsentieren, bewahrheitete sich nicht. Schmuckstücke, ein Boxhandschuh, ein Paar Tanzschuhe, Fußballschuhe, Schiedsrichterzubehör, Autoschlüssel und Ähnliches wurden abgelichtet.
Die Seiten des Menschen
Die Idee sei entstanden, als er beobachtet habe, wie anders sich die Jugendlichen in einer Gruppe oder als Einzelner verhalten, berichtete Fotograf Hälker. Die unterschiedlichen Seiten des Menschen sollen in der Ausstellung gezeigt werden. Daniel Schreiber erläuterte, dass es auch das Ziel gewesen sei, die Eigenheiten der unterschiedlichen Gesichter hervorzuheben. Die Abbildungen der Gegenstände wurden vor einen rein weißen Hintergrund gesetzt, der sie wie schwebend erscheinen lässt. Einige der Schnappschüsse, die während der Fotositzungen entstanden, wurden zusätzlich auf Tafeln zugänglich gemacht und ergänzen die Ausstellung.
Die gelungene Präsentation ist noch bis zum 3. August im Keller des Archäologischen Museums zu sehen, dann vom 4. August bis 8. September in Mellrichstadt, anschließend noch einmal bis zum 18. September in Bad Königshofen. Die Öffnungszeiten sind Dienstag und Donnerstag 10 bis 12 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Freitag 14 bis 16 Uhr, Donnerstag 17 bis 19 Uhr und Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.
06.08.2009 Ein Blick auf das zweite Ich
Ein Blick auf das zweite Ich
„Wie wirke ich auf andere? Wie sehe ich mich selbst?“ Die Fragen klingen, als wären sie einem Lehrbuch über Öffentlichkeitsarbeit oder einer psychologischen Studie entnommen. Möglicherweise finden sie sich auch dort wieder. Thomas Hälker jedoch, Fotojournalist aus Bad Königshofen, hat einen besonderen Weg gefunden, sich diesen existenziellen Fragen menschlichen Lebens zu nähern.
Zusammen mit Grafiker Daniel Schreiber porträtierte er junge Erwachsene des Jugendzentrums (JuZ) Bad Königshofen, ließ sie sich anschließend selbst porträtieren, verband beide Aufnahmen durch einen für die Jugendlichen charakteristischen Gegenstand ihrer Wahl und schuf so ein modernes Triptychon. Ausdrucksstark zeigt es zwei Seiten, Selbst- und Fremdsicht, einer Person und gibt unwillkürlich einen Teil dessen preis, was die 13 Jugendlichen beeinflusst.
Die Ausstellung heißt „Mein zweites Ich“ und wurde bereits in der Kurstadt gezeigt. Nun wurde sie in Mellrichstadt im Vhs-Bürgerhaus eröffnet, wo sie bis September zu sehen ist. Klaus Schemmerling, Leiter der Volkshochschule (Vhs) Rhön und Grabfeld, lobte die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bad Königshofen, dem JuZ und der Vhs.
Seit nunmehr 18 Jahren kooperieren Mellrichstadt und Bad Königshofen auf dem Bereich der Kulturarbeit eng miteinander. Ein Problem bestehe allerdings bis heute. „Jugendarbeit spielt häufig in einem Raum, bei dem Erwachsene nicht so genau wissen, was da passiert“, klagte Schemmerling. Er kritisierte, dass Jugendarbeit häufig immer noch nicht publikumswirksam geschehe. Nur in negativen Fällen werde die Öffentlichkeit informiert.
Dass Jugendliche in kein vorgefertigtes gesellschaftliches Bild passen, mag sein, dass sie allerdings ständig aus dem Rahmen fallen, könnte im wahrsten Sinne des Wortes die Ausstellung widerlegen.
Eigens aus Bad Königshofen angereist war Stadträtin Erika Idriss. Schon seit langem liegt ihr die Jugendarbeit am Herzen, auch wenn sie eigentlich die Referate Behinderte, Senioren und soziale Belange betreut. Dem Wunsch vieler Politiker nach kostenloser Jugendarbeit entgegnete sie: „Jugendarbeit benötigt Idealismus und Geld.“ Allergisch sei sie gegen die oft gebrauchten Konjunktive „man müsste, man könnte, man sollte“. Sie zeigte sich begeistert von dem Fotoprojekt, schließlich seien Jugendliche nicht mit alten Hüten zu begeistern.
Thomas Hälker, Mitinitiator und Fotograf, führte fort: Ohne Jugendliche gäbe es die Ausstellung ‘Mein zweites Ich’ nicht. Die Jugendlichen selbst waren es, die die Bilderrahmen mit Inhalten gefüllt hätten. Ideengeberin für das Fotoprojekt war die Königshöferin Christine Wehe-Bamberger. Die Fotokünstlerin organisierte im Vorjahr ein Projekt, bei dem Jugendliche aus Bad Königshofen den Eindruck, den sie von ihrer Umgebung gewannen, mittels einer Einwegkamera festhielten. Von Anfang an sei er fasziniert gewesen, von der Idee, den Kontrast zwischen dem eigenen Ich und dem, wie andere einen sehen aufzuzeigen, gestand der Fotojournalist.
Beide Porträts bilden gewissermaßen die Eckpfeiler für das mittlere Bild. Dieses zeigt anhand eines alltäglichen Gegenstands, wie die Jugendlichen sich nach außen präsentieren. Durch den Entzug der Farbe in den Porträts habe man versucht, den Blick auf die wesentliche Aussage zu lenken, ergänzte Daniel Schreiber, Mitorganisator und Grafiker.
Am Ende war eine Vernissage eröffnet, die nicht zuletzt durch ihre Schönheit besticht. Neben der Freude über die tollen Fotografien und die brillante Technik zeigte die Ausstellung eines ganz deutlich: die Faszination Mensch. Jeder Mensch hat zwei Seiten: eine Seite, wie wir uns selbst sehen und eine Seite, wie andere uns betrachten. Und schließlich wird der kritische Betrachter zum Denken angeregt. Zum Nachdenken über die Fragen „Wie wirke ich auf andere?“ und „Wie sehe ich mich selbst?“
Im Blickpunkt
„Mein zweites Ich“ Bis Dienstag, 8. September, ist die Ausstellung in der Galerie des Vhs-Bürgerhauses zu sehen. Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag (außer Mittwoch) von 9.30 bis 12.30 Uhr und von 15 bis 17 Uhr sowie Samstag von 9.30 bis 12.30 Uhr.
16.08.2009 „So etwas darf nie mehr passieren“
„So etwas darf nie mehr passieren“
„Ich kann mir das gar nicht vorstellen“, erklärt Vanessa und lauscht den Erzählungen von Andreas Rottmann, dem Leiter der Museen in der Schranne aus Bad Königshofen. Er berichtet über die Deutsch-Deutsche Grenze und die Grenzanlage, die Deutschland Jahrzehnte lang voneinander trennten. „So etwas darf nie mehr passieren“, sind sich die Kinder einig, die im Rahmen der Jugendkulturwochen die Grenztour aus dem Gemeinschaftsprogramm von Mellrichstadt und Bad Königshofen gebucht haben.
Treffpunkt und Start der Grenztour war das Grenzgängermuseum in Bad Königshofen,
das – anschaulich und multimedial aufbearbeitet – nicht nur zum Schauen und Staunen, sondern auch mit seinen Exponaten aktiv zum Mitmachen einlädt. Dort ist der Spiegel zu sehen, mit die DDR-Grenzbeamten den Fahrzeugunterboden untersuchten, dort kann man Zeitzeugen zuhören oder den Dialekt der Regionen vergleichen. Auch die Bilder, die Rottmann im Museumskeller zeigte, beeindruckten die Kinder und warfen viele Fragen auf, die vom Experten geduldig beantwortet wurden. Was sind Selbstschussanlagen, warum durften die Menschen nicht ausreisen? Genügend Stoff also, den es für die wissbegierigen jungen „Grenzgänger“ aufzuarbeiten galt.
Nachdenklich wegen der Eindrücke zogen die Kinder durch das Museum und schauten sich Modelle und Bilder der innerdeutschen Grenze mit anderen Augen an und versuchten die Vorstellungen zu verarbeiten. „Wie und warum ist die Grenze entstanden“, fragt Marcel und bekommt von seinem Nachbarn Luca schnell die Antwort: „Weil Deutschland den Krieg verloren hat.“ Woher er das weiß, ist schnell geklärt, seine Eltern haben ihm das erzählt. In der Schule hören die Kinder wenig darüber, „manchmal wird das Thema ein bisschen angeschnitten und darüber erzählt, aber so richtig – wie das heute passiert – haben wir noch nie darüber geredet”, berichten Julia, Sophia und Vanessa.
Unterstützt wird Andreas Rottmann von Renate Knaut, der Leiterin des Jugendzentrums in Bad Königshofen, ihrer Kollegin Roswitha Hey und dem Zeitzeugen und Fotojournalisten Thomas Hälker, die ihre Erlebnisse und Eindrücke zur Grenzöffnung spannend präsentieren und so den Jugendlichen einen Eindruck lebendiger Geschichte vermitteln. 20 Jahre nach der Grenzöffnung für die 30 jungen Leute, die überwiegend aus Mellrichstadt und Umgebung kamen, ein wichtiges Erlebnis.
„Wichtig ist es, den Jugendlichen keine langweilige Daten und Fakten zu liefern, sondern das, was wir vor 20 Jahren erlebt haben und unsere Generation geprägt und beeinflusst hat. Die Kinder interessiert es nicht, ob der Zaun vier Meter hoch war oder wie die politische Struktur war, sie wollen wissen, wie es Gleichaltrigen ging und wie sie gelebt haben. Nur dann kann man Geschichte für Kinder interessant machen”, erklärt Hälker. Auch Andreas Rottmann ist sich sicher, dass es für die Jugendlichen interessanter ist, in kleinen Rollenspielen und Erzählungen auf der Ebene der Heranwachsenden zu sprechen.
Hoch hinaus ging es am Bayernturm in Zimmerau/Sternberg, wo es vom Aussichtturm aus einen herrlichen Rundumblick vom Thüringer Land über das Grabfeld bis hinein ins Coburger Land und den Haßbergen gab. Dort zeigte Andreas Rottmann den Grenzverlauf auf, der von der Plattform aus gut zu sehen ist.
Im Anschluss ging es in Richtung Trappstadt auf den Grenzgängerweg, den die Jugendlichen ein Stück entlang wanderten und der für die Geschichtsforscher so manche kleine Überraschungen an den Kolonnenrändern hervorbrachte. Alte Zaunreste, Stacheldraht und andere der Grenze zuordenbare Gegenstände wurden gefunden und ausgiebig betrachtet und darüber diskutiert. Am Aussichtspunkt Fussberg, der einen überragenden Blick auf die Gleichberge und sein Umland eröffnet, erzählten Rottmann und Hälker aus dem Leben der Jugendlichen in der ehemaligen DDR, was bei den jungen Grenzgängern erneut ungläubiges Befremden hervorrief.
Zum Abschluss besuchten die jungen Leute das Museum mit Relikten des ehemaligen Grenzübergangs Eußenhausen/Meiningen und den Skulpturenpark „Deutsche Einheit“ auf der Schanz. Beeindruckt davon, dass sich so viele Menschen für die Wiedervereinigung eingesetzt haben und dass es soviel in unserer Ecke darüber geschichtlich zu bestaunen gibt, ging für die Grenztour-Teilnehmer ein interessanter Nachmittag zu Ende. „Jetzt weiß ich mehr über das geteilte Deutschland. Es ist schön gewesen, dass ihr darüber geredet habt”, bedankten sich die Teilnehmer über die Aufarbeitung der Deutsch-Deutschen Geschichte durch das Team von den Jugendkulturwochen.
20.08.2009 24 Stunden Alltag im Bild festgehalten
24 Stunden Alltag im Bild festgehalten
„24 Stunden Kön“ lautet das neue Projekt der Fotokünstler Thomas Hälker und Daniel Schreiber, die in Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus JuZ ein Fotoprojekt auf die Beine gestellt haben. 24 Stunden lang wurde digital festgehalten, was in Bad Königshofen passiert.
Ab Montag, 24. August, können die Bilder bestaunt werden. Bürgermeister Thomas Helbling eröffnet die Ausstellung um 19 Uhr und kann sich gleich selbst auf einem der vielen Bilder sehen.
In Bad Königshofen trifft man überall auf Menschen, die ihren Teil zum Leben in der kleinen Kurstadt beitragen. Um dies aufzuzeigen, sind die Jugendlichen des JuZ mit ihren Kameras, Handys oder Digicams durch die Stadt gezogen und haben Vieles fotografiert.
Herausgekommen ist ein Spiegelbild dessen, was alles in der kleinen Stadt abläuft und dazu beiträgt, dass die Maschinerie läuft. „24 Stunden Kön“ zeigt das Leben, wie es in Bad Königshofen die wenigsten bislang gesehen haben. Aber auch Belangloses aus dem Alltag ist abgelichtet, Kaffee trinkende Besucher oder Ruhe suchende Kurgäste auf Parkbänken.
Die Ausstellung ist so angelegt, dass sie wächst. Die Fotokünstler eröffnen die Ausstellung mit einer Basis von Bildern und erweitern sie immer wieder um Bilder, die von den Jugendlichen in 24 Stunden in Bad Königshofen aufgenommen wurden. „Zum Schluss haben wir einen Überblick, was alles in 24 Stunden in Bad Königshofen passiert“, erklärt Daniel Schreiber. Aufgrund der guten Erfahrung mit dem Jugendhaus in Bad Königshofen wurde erneut die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen angestrebt und gemeinsam mit Renate Knaut, der Leiterin des JuZ, und Andreas Rottmann, Museumsleiter der Museen in Bad Königshofen, wurde die Idee umgesetzt.
Neu ist auch, dass die Ausstellung in den Kasematten stattfinden wird. Klaus Ebner, Stadtrat und Hotelier, hatte die Initialzündung, die leerstehenden Räume zu nutzen und sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die Ausstellung ist jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Die Ausstellung läuft bis zum 13. September.
25.08.2009 24 Stunden im Bild festgehalten
24 Stunden im Bild festgehalten
Ein gut funktionierendes Netzwerk zeichneten die diesjährigen Jugendkulturwochen aus, die zum zweiten Mal in Bad Königshofen stattfinden und und zum ersten Mal in Mellrichstadt angeboten wurden (wir berichteten). Mit im Boot sind die Stadt Bad Königshofen, die Museen in der Schranne, das JuZ (Jugendzentrum) Bad Königshofen und die Vhs Rhön und Grabfeld. Mit der Eröffnung der Ausstellung „24 Stunden Bad Königshofen“ am Montagabend begannen die Workshops und Veranstaltungen in Bad Königshofen. Sie laufen bis zum Kunsthandwerkermarkt am 12. und 13. September.
Erstmals wurden die Kasematten neben dem Hotel Ebner für eine Veranstaltung genutzt. Wie Bürgermeister Thomas Helbling in seiner Begrüßung lobend erwähnte, hat Stadtrat Klaus Ebner, im Nebenberuf Kunstschmied, schon einige Tore und Lampen für die Gewölberäume geschmiedet. Seine Idee war es auch, die Kasematten wiederzubeleben und damit einen Teil der Geschichte der Stadt wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu holen.
Für die Fotoausstellung waren viele Jugendliche, die im JuZ einen Teil ihrer Freizeit verbringen, unterwegs, um ihre Stadt zu den unterschiedlichsten Zeiten im Bild festzuhalten. Die Ergebnisse sind jetzt zu bewundern und der Betrachter kann sich selbst prüfen, ob er alle abgebildeten Orte wieder erkennt.
Sonderpädagogin Renate Knaut, die im JuZ tätig ist, berichtete von dem sehr spannenden Verlauf der Ausstellungsvorbereitungen, die, wie üblich, bis zur letzten Stunde gedauert haben. Ohne Pannen und Hindernisse ging es natürlich nicht über die Bühne. Knaut berichtete von verschwundenen Speicherkarten und sonstigen Missgeschicken, aber letztendlich hat doch noch alles geklappt, auch Dank der Helfer vom Bauhof. Es lohne sich, öfter Mal in die Ausstellung hinein zu schauen, denn sie wird fortlaufend ergänzt. Die Tafeln, auf denen die Ergebnisse aus den einzelnen Zeitabschnitten angebracht sind, sollen sich noch füllen.
„Ein Schatzhaus“ nannte Klaus Schemmerling, Leiter der Vhs Rhön und Grabfeld, die Kasematten. Nicht nur das einzigartige Ambiente sei etwas Besonderes, sondern auch die Ausstellung mit den Ergebnissen der Arbeit der Jugendlichen. Es sei interessant zu schauen, wie sich die Stadt in 24 Stunden verändert, wie das Licht wechselt und welche Orte man als Betrachter wieder erkennt.
Mitorganisator Thomas Hälker erläuterte die Grundidee. Es sollte gezeigt werden, dass die Leute, die kritisieren, in Bad Königshofen sei nichts los, Unrecht haben. „Dies ist eine kleine, aber sehr aktive Badestadt“, so Hälker, das hätten die 13 000 Besucher am letzten Wochenende bei der Bayern-1-Sommerreise sicher auch gedacht. Bis zum Kunsthandwerkermarkt sollen die Stellwände gefüllt sein mit aussagekräftigen Fotos.
Die Ausstellung in den Kasematten, zugänglich über den Klostergarten oder die Schottstraße, ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
01.09.2009 Der Geist des Archivars ließ sich nicht blicken
Der Geist des Archivars ließ sich nicht blicken
(hä) So richtig glauben wollten die Kinder den Worten der Organisatoren im Kulturnetzwerk nicht, als sie erzählten, dass an diesem Abend mit etwas Glück ein alter Geist, der im Rathaus spukt, zum Vorschein kommt, oder dass Quellengeister an der versiegten Quelle am alten Stadttor ihr Unwesen treiben. Das geheime Bad Königshofen entdecken, das jedenfalls versprach das Ferienprogramm der Jugendkulturwochen.
Zu Beginn waren sie noch mutig und lautstark, die 70 Kinder und einige Eltern, die an der Veranstaltung teilnahmen. Erste Station war der Grabfelddom, der mit seiner einzigartigen doppelten Wendeltreppe die Nachtwanderer in seinen Bann zog. Auf der Empore erzählte man vom Henkerstübchen und von den Berufen, die früher nicht gerade beliebt waren.
Eine besondere Überraschung hatte das Team, das aus Veronika Keim, Roswitha Hey, Andrea Knorr, Karolina Keim, Karin Mahar, Thomas Hälker und einigen Aktiven des Jugendzentrums bestand, nach der Kirchenbesichtigung für die Kinder anzubieten: Einen echten Bürgermeister mit Frau und Tochter, der einen großen Schlüsselbund dabei hatte, der für alle Schlösser in der Stadt passte. Immer wieder wurden die Kinder mit Geschichten und Sagen konfrontiert und mussten durch gutes Zuhören herausfinden, ob die Geschichte wahr oder falsch ist.
Erstmalig konnten die Kinder die Darre bestaunen und einen Blick in das neugestaltete alte Gemäuer werfen. Das Highlight war aber der Rundgang durchs Rathaus. Die Kinder konnten in alle Räume spitzen, dazu wusste Bürgermeister Thomas Helbling allerhand Interessantes zu erzählen. Kein Kind wusste, dass auf dem Dachboden des Rathauses ein alter Archivar seit Hunderten von Jahren Akten bewacht und herumgeistert. Mit Taschenlampen durchstöberte der Nachwuchs dann etwas ängstlich den Dachboden und hoffte, dass der Archivargeist diesmal nicht auftaucht und herumspukt.
Nach soviel Aufregung und Geschichten zog der Tross zu seiner vorletzten Station, der Klosterkirche. Dort wurde mit den Taschenlampen in den Keller geleuchtet in der Hoffnung, etwas Außergewöhnliches zu entdecken. Im Spitalhof wurde schließlich ein kleines Lagefeuer entzündet.
25.05.2009 Bessere Fotos sind keine Hexerei
Bessere Fotos sind keine Hexerei
(kpe) „Ich hätte nie gedacht, mit ein bisschen Hintergrundwissen meine Bilder besser werden zu lassen“, freut sich eine Teilnehmerin am VHS-Kurs „Einfach besser Fotografieren,“ der an drei Nachmittagen im Museumskeller von Bad Königshofen von Thomas Hälker abgehalten wurde.
Hälker ist als selbstständiger freier Fotojournalist für verschiedene Zeitungen, Magazine und Onlinemedien unterwegs und Autodidakt in der Fotografie – wie so viele in der Fotoszene. „Ich fotografiere, seit ich meine erste Kamera zur Kommunion geschenkt bekommen habe“, erzählt der Fotograf.
Aufgebaut war der Kurs in drei Einheiten: Theorie, Praxis und der Nachbearbeitung von Fotos. „Man kann alles Fotografieren, es ist nur eine Frage der Betrachtung und der Umsetzung mit der Kamera“, erklärte Hälker den Teilnehmern. „Ich hab gar nicht gewusst, dass das auch mit meiner Kamera möglich ist“, freute sich ein erstaunter Kursteilnehmer.
Locker ging es im Kurs zu, so wurden auch Fotos besprochen die nicht dem Ideal entsprechen, dafür aber Schmunzeln oder Heiterkeit bei den Teilnehmern auslösen. „Das Wichtigste am Fotografieren ist der Spaß an der Sache“, meinte Hälker. „Wenn das Fotografieren keinen Spaß macht, wird man auch nie Fotos bekommen, die mehr zeigen als das Bild.“
24.06.2009 „Katze von unten“ digital, kreativ und mit ganz viel Spaß
„Katze von unten“ digital, kreativ und mit ganz viel Spaß
(hä) „Cool was ich mit meiner Kamera alles machen kann“, freut sich Daniel und klickt erneut auf den Auslöser seiner Digitalkamera. Auch Melanie ist begeistert, weil sie jetzt weiß, was ihre Kamera alles kann und wie sie ihren Fotoapparat richtig und vor allem für gute Bilder einsetzen kann.
Im VHS-Kurs „Fotografieren für Kinder von 7 bis 13“ erklärte Dozent Thomas Hälker den Jugendlichen den richtigen Umgang mit der Digitalkamera und der Analogkamera und wie man mit einfachen Mitteln bessere Bilder machen kann. Auch wenn die Theorie etwas trocken ist, zu lachen gab es viel. Hälker erklärte an teilweise lustigen Bildern was Tiefenschärfe ist, räumliche Perspektive, Bildschnitt oder warum man bei Kindern und Tieren immer auf Augenhöhe fotografieren soll und begeisterte die jungen Nachwuchsfotografen mit den Aufnahmen.
„Man muss schon ein bisschen wissen welche Regeln es gibt und wie man was macht, aber ich fotografiere lieber“, berichtet Sylvia, eine aufgeweckte und neugierige Nachwuchsfotografien. Nach einem kurzen aber notwendigen Crashkurs über die theoretischen Grundlagen der Fotografie ging es hinaus um das Gelernte in die Praxis umzusetzen.
Überall klickte es und manch ein Spaziergänger staunte nicht schlecht, als sich die Jugendlichen auf den Boden legten um für ein Katzenbild die beste Perspektive zu bekommen. „Hier musst du den Blitz einschalten um die Schlagschatten aus dem Gesicht zu bekommen“, erklärt der Lichtkünstler Hälker, der sich die Fotografie über Jahre selbst beigebracht hat und Autodidakt ist. „Man muss sich in der Fotografie ständig weiter entwickeln, Bilder von anderen bewerten lassen und ab und an neue Wege gehen, dann entwickelt man sich auch in seine eigene Richtung“, berichtet der Fotograf den wissbegierigen Kindern.
Direkt vor Ort wurden die Bilder bewertet und am Notebook angeschaut um die Fehler von Anfang an auszumachen und auszumerzen, die noch entstehen.
Da das Objekt etwas mehr nach links, dort etwas näher heran und hier die Kamera etwas gedreht, schon wirkt das Bild beim Betrachter ganz anderes und erzeugt einen professionelleren Eindruck. Ständig kommen Kinder zu dem Fotoprofi gelaufen um ihre Bilder zu zeigen und um sich die Bilder erklären zu lassen. Geduldig erklärt der VHS-Dozent den Jugendlichen was sie machen sollen und wie sie die Kamera einstellen müssen. „Wichtig ist, das die Kinder Spaß beim Fotografieren haben und sie nicht permanent kritisiert werden. Wenn einem Blumen gefallen soll er Blumen fotografieren und wenn es Tiere sind, dann eben Tiere, weil es nicht darum geht was man fotografiert, sondern wie man das tut.
Die drei Stunden sind viel zu schnell vorbei und die Kinder wollen noch nicht so richtig nach Hause. „Ich hab eine Katze von ganz unten fotografiert und sie ganz groß auf dem Bild“, freut sich die neunjährige Maria und drückt schon wieder den Auslöser um eine Blume abzulichten die aus einen Felsvorsprung herauswächst, bevor sie sich auf die Suche nach neuen Motiven macht.
22.09.2009 Viele Ideen für eine Fortsetzung
Viele Ideen für eine Fortsetzung
Das größere Netzwerk hat funktioniert – die Jugendkulturwochen (JKW), die zum ersten Mal in Mellrichstadt und Bad Königshofen durchgeführt wurden, waren aus Sicht der Veranstalter ein großer Erfolg.
Bei der Bilanz-Konferenz in Bad Königshofen lobte Bürgermeister Thomas Helbling das Engagement von Klaus Schemmerling, Leiter der Volkshochschule Rhön und Grabfeld, Sonderpädagogin Renate Knaut, dem Leiter der örtlichen Museen, Andreas Rottmann, und den Mitorganisatoren Thomas Hälker und Daniel Schreiber. Er sei oft angesprochen worden, habe E-Mails und sogar Briefe von Kurgastmüttern erhalten, die sich bedankt haben, dass sie an Veranstaltungen teilnehmen durften.
Das konnte Renate Knaut bestätigen, die viele Anfragen erhielt von Stadtlauringen bis Sulzfeld. Viele hätten sich eine Wiederauflage im nächsten Jahr gewünscht. „Die Veranstaltung war eine tolle Werbung für die Städte Mellrichstadt und Bad Königshofen“, sagte Knaut. Es würden sich auch neue Dinge ergeben wie interessante Workshops und Themen, die man gern aufnehmen werde.
Gemeinsamer Weg erfolgreich
Andreas Rottmann freute sich besonders über den Zugang, den die Kinder und Jugendlichen auf diese Weise zu Kultur und Museen bekommen haben. Bei der Nacht im Museum mit 40 Kindern ergab sich ganz automatisch eine Führung durch das Haus. „Die Kinder waren neugierig geworden und fragten von sich aus, ob sie sich alles anschauen dürfen und ob es dazu Erklärungen gibt“, erklärte Rottmann.
Klaus Schemmerling zog ein positives Fazit. Beide Städte hätten durch das hochwertige kulturelle Angebot wieder ein wenig von ihrer Zentralitätsfunktion übernommen, fand er. Es sei schön, dass man hier einen gemeinsamen Weg gehen konnte. Die Eltern wollen, dass ihre Kinder die Freizeit möglichst sinnvoll verbringen und nehmen für bestimmte Veranstaltungen auch mal einen Fahrtweg auf sich. Schemmerling fand es sehr positiv, dass die Veranstaltungen in beiden Städten angeboten wurden. So sei bei der Grenzfahrt jeweils die Hälfte der Kinder aus Mellrichstadt und Bad Königshofen gekommen.
In Mellrichstadt standen alle Veranstaltungen der Jugendkulturwochen auch im Ferienprogramm der Stadt, was jedoch keine Konkurrenz zu den Angeboten der Vereine darstellen sollte, wie Schemmerling erläuterte. Gelernt hat er auch, dass es wichtig ist, die Schwellen für die Kinder und Jugendlichen niedriger zu machen. Beim Anmelden seien viele Jugendliche sehr zurückhaltend. „Sie entschließen sich mehr spontan zu einer Teilnahme“, weiß Schemmerling. Es gibt noch viele gute Ideen, die in die Tat umgesetzt werden können, wichtig sei jedoch eine feste Basis wie das JuZ in Bad Königshofen, wo die Fäden zusammenlaufen, darüber waren sich alle Anwesenden einig.
Schemmerling lobte die wichtige, sozialpolitische Arbeit, die im JuZ läuft und immer weitere Kreise zieht. Von ihrer Arbeit berichtete in diesem Zusammenhang Renate Knaut, die nicht nur Veranstaltungen plant und gemeinsam mit Mitarbeiterin Veronika Keim und ehrenamtlichen Helfern durchführt, sondern auch Ansprechpartnerin ist für Eltern, die über Probleme sprechen wollen, oder für Jugendliche, die Bewerbungen schreiben oder Formulare ausfüllen müssen. Mehr als 500 Kinder und Jugendliche haben an den Veranstaltungen der JKW in Bad Königshofen und Mellrichstadt teilgenommen – das zieht Kreise. Inzwischen haben sich auch weitere Institutionen gemeldet, die gern dabei sein würden, wenn wieder sechs spannende Wochen für Kinder und Jugendliche mit einem anspruchsvollen Programm auf die Beine gestellt werden.
